Erst wenige Wochen vor der Con selbst habe ich beschlossen, hinzufahren. Da leider niemand aus dem Team mitkommen konnte, habe ich all meine überzeugungskraft eingesetzt und meine Schwester dazu überredet, mich zu begleiten. Da sie kein so großer Twilight-Fan ist wie ich (sie hat das erste Buch gelesen und die Filme gesehen), haben wir einen Kompromiss geschlossen - einen Tag Rom, einen Tag Convention. Was wir auf der Convention erlebt haben, ist hier zu lesen.
Meine Schwester und ich kamen gegen halb 11 im Hotel Marriott an und mussten uns erst mal die Frage stellen, ob die Convention wirklich hier stattfand... Weit und breit keine Twilight-Fans oder sonstige Anzeichen dafür, dass hier gerade ein Twilight-Event vonstatten ging. Erst als uns im Eingangsbereich Justin Chon und BooBoo Stewart mit haufenweise Begleitern entgegenkamen, konnten wir sicher sein, dass wir uns nicht verlaufen hatten. Am Empfangstisch nahmen wir also unsere Besucherpässe entgegen und machten uns auf die Suche nach Action - ein aussichtsloses Unterfangen, wie sich später herausstellte. Das spannendste Ereignis des Vormittags war ein Panel mit verschiedenen Fanseiten - darunter dem Twilight Lexicon und His Golden Eyes. Mit meiner Frage ans Twilight Lexicon, ob sie eine große Veränderung bei den Usern festgestellt hätten, da es früher hauptsächlich Buch-Fans und heute größtenteils Film-Fans seien, löste ich eine regelrechte Diskussion aus, die sich über die nächste halbe Stunde zog. Ein paar Mädels, die neben uns saßen, hatten gehört, dass ich von Forks Bloodbank war und sprachen mich an. Es stellte sich heraus, dass zwei von den drei einzigen deutschen Besuchern Forks-Bloodbank-User waren und so taten wir uns zusammen. Dieses Gespräch in der Hotel-Lobby, bei dem wir uns über alles mögliche unterhielten, war definitiv mein persönlicher Höhepunkt des Nachmittags. Gegen 15 Uhr beschlossen meine Schwester und ich dann, dass es mehr Sinn machen würde, noch ein wenig die Sonne in Rom zu genießen, anstatt in der überklimatisierten Hotel-Lobby zu sitzen, wo das spannendste Ereignis eine aufkeimende Erkältung sein würde. Also bestellten wir uns ein Taxi und verbrachten den Rest des Nachmittags und den Abend rund um die Spanische Treppe.
Gegen 21 Uhr trudelten wir wieder im Hotel ein, weil wir doch neugierig auf den Vampir-Ball waren. Bei der Ring*Con 2009 war dies einer der Höhepunkte gewesen - kein Vergleich der Ball bei der ItaCon... Die Türen wurden eine halbe Stunde zu spät geöffnet und es waren höchstens 120 Besucher da - 118 davon Mädels. So saßen wir (zugegebenermaßen ziemlich gelangweilt) an den Tischen und warteten darauf, dass irgendetwas passieren würde. Aber außer, dass der DJ Musik vom New-Moon-Soundtrack spielte, war leider nichts los. Nur ein paar einzelne Mädels trauten sich auf die Tanzfläche. Wir machten also das Beste draus, quatschten und hatten zumindest unter uns Spaß. Gegen 23 Uhr ging dann plötzlich die Tür auf und BooBoo höchstpersönlich betrat mit seinem Gefolge den Saal. Wir lächelten nur müde, als sich die 113 anderen Mädels auf ihn stürzten. Erst als auch Daniel, Alex und Justin auftauchten, ließen die Italienerinnen von BooBoo ab und richteten ihre Aufmerksamkeit auf Alex (und die anderen Jungs). BooBoo ging von Tisch zu Tisch, wo er immer wieder von Mädchenscharen umringt wurde, Autogramme gab und sich höflich mit allen unterhielt. Erst über eine halbe Stunde später beruhigte sich die Lage (Alex und Justin rockten inzwischen von Mädels umgarnt die Tanzfläche) und BooBoo schlenderte gemütlich auf unseren Tisch zu - vielleicht weil wir die einzigen waren, die ihn nicht bedrängt hatten. Wir waren alle ziemlich (positiv) überrascht, als er sich einfach zu uns setzte und ein Gespräch anfing. Er wollte wissen, woher wir kamen, wie lange wir für die Anreise gebraucht hätten und bedankte sich lächelnd, als wir ihm erklärten, dass wir eine 7-stündige Zugfahrt hinter uns hatten. Leider wurde er dann von seinem Manager abgeholt, da der Tanz mit einem Fan anstand - die Schauspieler zogen jeweils einen Zettel, auf dem die Nummer einer Con-Besucherin stand, mit der sie dann tanzten. Besonders zwischen Alex und seiner Tanzpartnerin ging es heiß her; sie schmiegte sich immer enger an ihn, bis plötzlich Alex' Hände auf ihrem Hintern lagen. Die Menge war begeistert und ich stellte mir die Frage, ob es Alex oder ein anderer Werwolf-Darsteller war, der verheiratet war und ein Kind hatte...
Kaum war der Tanz vorbei, steuerte BooBoo wieder auf unseren Tisch zu, setzte sich hin und führte das Gespräch weiter. Ich musste an ein Zitat von Edward denken, in dem er zu Bella über Seth sagt, er hätte selten so nette Gedanken gehört und irgendwie passte dies auch zu BooBoos Art. Er war offensichtlich gut erzogen, höflich und noch dazu so lieb, dass ich mir wünschte, er wäre mein kleiner Bruder. (Später erfuhr ich dann von den anderen Mädels, dass es auch ihnen so ergangen war.) BooBoo saß bei uns, bis er gehen musste und obwohl er eigentlich keine Fotos machen durfte (und dies bisher auch eingehalten hatte), stellte er sich grinsend hinter meine Schwester und mich und rief Miriam "Mach schnell, bevor es jemand sieht!" zu. Dieser 16-jährige Werwolf versüßte uns somit allen den Abend und rettete unseren Tag.
Unsere Forks-Bloodbank-Userinnen Orca4380 (links), SethEd (mitte) und Marion kurz vor dem Vampirball.
Eine bekannte griechische Twilight-FF-Autorin (links), das Twilight-Lexicon (mitte) und His Golden Eyes (rechts) waren auch vertreten (hier in ihren Ball-Kleidern).
Eine junge Italienerin besuchte den Ball im Bella-Styling.
Alex mit seiner Tanzpartnerin - hier noch brav.
Alex und seine Tanzpartnerin kamen sich immer näher...
Justin mit seiner Tanzpartnerin
Daniel mit seiner Tanzpartnerin
BooBoo mit seiner Tanzpartnerin
(Von links nach rechts) Jassi, SethEd, Alex Meraz, Orca4380 und Marion
Justin Chon und Jassi
SethEd, Jassi, Gil Birmingham, Marion und Orca4380